"Die gemeinsamen Momente mit meiner Familie sind für mich das Größte", sagt die dreifache Mutter, Schauspielerin und Moderatorin Janine Kunze. Wir haben uns mit ihr über Genuss, Job und ihr Familienleben unterhalten.

Frau Kunze, heutzutage sind viele Vegetarier, Veganer oder Flexitarier. Wie würden Sie Ihren Ernährungsstil beschreiben?

Da bin ich ganz langweilig normal. Ich esse fast alles, allerdings gibt es in meiner Familie wenig Fleisch und wenn, achten wir sehr auf die Herkunft und Qualität. Da ich eine Laktoseintoleranz habe, trinke ich ansonsten viel Hafer- oder Kokosmilch.

Welche Rolle spielt das Kochen allgemein in Ihrem Leben?

Eine große! Ich habe viel von meiner Mutter gelernt und koche total gern und ganz Verschiedenes – oft übrigens gemeinsam mit meinem Mann: typisch Deutsches, Thai-Gerichte, Pasta, sehr viele Bowls und Salate. Das Einzige, was ich zwar mag, aber nicht selbst zubereite, ist Sushi. Das ist mir einfach zu aufwendig.

Gibt es ein typisches Janine-Kunze-Gericht?

Ja! Das mag jetzt vielleicht langweilig klingen, aber: Spaghetti Bolognese. Das gelingt mir, meine ich, schon gut. Da sich meine Tochter vegetarisch ernährt, koche ich dann immer zwei Varianten: eine mit und eine ohne Fleisch. Das kommt bei meiner Familie gut an. Ich selbst bin überhaupt ein großer Pasta-Fan und könnte jeden Tag Nudeln essen.

Sie kochen nicht nur, sondern backen auch sehr gut. 2017 und 2018 haben Sie auf Sat. 1 "Das große Promibacken" gewonnen. Wie war diese Erfahrung? 

Das war sehr aufregend. Backen hat für mich etwas Meditatives. Und dass ich am Ende auch noch gewinne, hätte ich nie gedacht. Vielleicht liegt es daran, dass ich mit Spaß an Dinge herangehe. Das Wichtigste ist für mich, Leute zu unterhalten. Früher hat man gegessen, was auf den Tisch kam, heute wird viel über das Essen diskutiert.

Was sagen Sie dazu, dass Ernährung immer mehr zur Debatte wird?

Ich finde, dass heute Vieles zu sehr diskutiert und problematisiert wird. Dadurch geht uns die Leichtigkeit verloren. Man sollte sich einfach selbst fragen, was einem guttut und genießen, anstatt ständig die Probleme zu sehen. Klar, achte auch ich auf eine gesunde Ernährung, aber der Genuss sollte wieder mehr an erster Stelle stehen.

Sie sind verheiratet und haben drei Kinder. Wie wichtig sind Ihnen Familienrituale wie gemeinsam zu essen?

Das ist für mich das Wichtigste überhaupt. Es gibt für mich nichts Schöneres, als mit allen zusammen am Tisch zu sitzen und über den Tag zu reden. Bei uns ist das meist abends. Da gibt es ein warmes Essen und wir sind alle zusammen. In der Zeit herrscht bei uns übrigens Handyverbot, darauf lege ich großen Wert.

Sind Sie denn generell eine eher strenge Mutter?

Das kommt drauf an. Es gibt Dinge, da bin ich sehr streng, zum Beispiel was Handy- und Fernsehzeiten angeht. Dafür kriegen meine Kinder unter der Woche beispielsweise nur eine halbe Stunde Zeit pro Tag. Außerdem bin ich auch ein ängstlicher Typ und fahre meine Kinder viel herum, um zu wissen, wo sie sind. In anderen Dingen bin ich dafür lockerer. Zum Beispiel gebe ich keine festen Zeiten zum Schlafengehen vor. Ich bin also streng und locker zugleich.

In der ZDF-Krimiserie "Heldt" stehen Sie mit Ihrer ältesten Tochter als Mutter und Tochter vor der Kamera. Wie ist es, mit der Tochter gemeinsam zu drehen? Gibt es Parallelen zur Ihrer realen Beziehung?

Ja, die gibt es auf jeden Fall. Es kommen immer mal wieder Szenen zustande, bei denen die Crew oder wir selbst denken "Das ist ja wie zu Hause", was dann einfach witzig ist. Aber letztlich sind es gespielte Rollen. Ich lasse meiner Tochter dabei viel Freiraum, damit sie sich selbst ausprobieren kann. Anfangs war ich skeptisch, ob das alles so gut funktioniert. Jetzt weiß ich, dass es klappt und darauf bin ich echt stolz.

Sie haben Anfang des Jahres auch ein Buch* über Ihr Familienleben geschrieben. Worum geht es konkret? 

Thema ist der ganz normale Familienwahnsinn. Der gemeinsame Alltag, Situationen, in denen wir unseren Kindern unsagbar peinlich sind – zum Beispiel wenn mein Mann und ich singend durchs Wohnzimmer tanzen –, aber auch kuriose Erlebnisse mit kinderlosen Paaren, die meinen, in Sachen Kindererziehung immer alles besser zu wissen. Ich denke, in den Situationen finden sich viele Eltern wieder.

Wir leben heute in einer Welt, in der Aussehen und Food-Fotografien wichtiger zu sein scheinen als der Mensch selbst. Was versuchen Sie, Ihren Kindern diesbezüglich mit auf den Weg zu geben?

Das ist echt ein schwieriges Thema, weil die Medien so eine unheimliche Kraft und Dynamik haben. Das Wichtigste für mich ist, mit meinen Kindern zu reden. Ich versuche ihnen klarzumachen, dass vieles von dem, was man in den sozialen Medien oder im Fernsehen sieht, eine Scheinwelt ist, die – gerade was Schönheitsideale angeht – oft nicht der Wirklichkeit entspricht. Über diese Dinge zu reden, ist das A und O.

Wie geht es privat und beruflich weiter?

Privat hoffentlich genauso harmonisch wie bisher. Beruflich steht noch viel an! Bis Ende des Jahres stehe ich für die neue Staffel von "Heldt" vor der Kamera, wo wir unter anderem die 100. Folge drehen. Außerdem gibt es Neues von der "POCO-Miniserie"**, die online zu sehen ist. Zu weiteren Plänen darf ich noch nichts sagen. Seid gespannt!

 

*Anfang des Jahres hat sie ihr zweites Buch "Liebling, ich habe die Kinder verschenkt – Wie man den Familienwahnsinn als Paar übersteht" veröffentlicht.

**Als Werbebotschafterin steht sie für die "POCO-Miniserien" vor der Kamera: www.poco.de/dieserie

Über den Star

Janine Kunze ist gebürtige Kölnerin und bekannt aus der Comedy-Serie "Hausmeister Krause – Ordnung muss sein" (1999 bis 2010) sowie der ZDF-Serie "Heldt" (seit 2013 im ZDF).

Foto: © ZDF/Frank Dicks