Eishockey-Spielerin Anna Fiegert im Interview

Vegane Ernährung im Profi-Sport – geht das? Für Anna Fiegert ja! Sie spielt seit ihrem vierten Lebensjahr Eishockey, ist Profi beim ESC Planegg bei München und gehört zum Kader der deutschen Frauen-Nationalmannschaft. Im Interview hat Anna hat uns über ihre Erfahrungen mit veganer Ernährung erzählt.

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„Wir haben das einfach mal ausprobiert und uns hat es dann so gut gefallen, dass wir dabei geblieben sind.“

Anna, Du bist Profi-Sportlerin und ernährst Dich rein pflanzlich – erzähl uns doch bitte mal wie lange schon und wie das angefangen hat.

Ich ernähre mich jetzt seit August 2019 vegan, und zwar zusammen mit meinem Verlobten, der auch Sportler ist. Das Ganze hat damit angefangen, dass wir beide grundsätzlich sehr am Thema Ernährung interessiert sind und uns die Dokumentation „The Game Changers“ angeschaut haben, die zu dieser Zeit in aller Munde war. Außerdem sind auch einige Spielerinnen aus meiner Mannschaft pflanzlich unterwegs – da haben wir das einfach mal ausprobiert und uns hat es dann so gut gefallen, dass wir dabei geblieben sind.

Hat sich diese Ernährungsumstellung denn auch auf Deine Leistung ausgewirkt? Fehlt dir irgendwas?

Ich würde nicht sagen, dass mir irgendwas fehlt. Natürlich muss man sich ein bisschen damit beschäftigen, weil es einfach nicht das Gleiche ist, als wenn man auch Fleisch- und Milchprodukte isst. Aber ich habe keine Mangelerscheinungen oder Ähnliches durch die vegane Ernährung. Ganz im Gegenteil: Ich fühle mich eher besser, irgendwie einfach gesünder. Ich würde jetzt nicht sagen, dass ich beim Gewichtheben auf einmal fünf Kilo mehr schaffe, aber mein Allgemeinbefinden ist ein besseres, ich schlafe zum Beispiel viel besser.

Anna Fiegert in Action (Bildquelle: HHOF/DEB).

„Man muss sich da einfach ein bisschen reinleben.“

Mal ehrlich – überkommt Dich manchmal die Lust auf ein Stück Fleisch oder ein herzhaftes Omelett? Was tust Du dann, um zu widerstehen?

Klar, solche Momente gibt es natürlich. Bei mir ist das weniger das Fleisch, da bin ich ehrlich gesagt ganz von weg, aber mal so ein richtig gutes Eis oder richtig guter Käse. Und da muss ich ganz ehrlich sagen, dass ich dann auch einfach mal ein normales Eis esse, wenn es mich so reizt. Das passiert nicht oft, aber wenn das mal der Fall ist, dann muss man da auch auf seinen Körper hören und sich das einfach mal gönnen.

Was rätst Du Leuten, die sich überlegen auch vegan zu essen, wenn auch nur für eine gewisse Zeit lang?

Mein bester Tipp ist definitiv dem Ganzen ein bisschen Zeit zu geben und sich auch wirklich mit dem Thema vegane Ernährung zu befassen. Wenn man damit mal anfängt, sollte man nicht nach zwei Tagen schon aufgeben, weil es zu kompliziert erscheint. Man muss sich da einfach ein bisschen ‚reinleben‘. Vegane Ernährung bedeutet auch ganz viel rumprobieren mit Rezepten, da macht man viel mit Gewürzen und das Gefühl dafür muss man erstmal entwickeln.

Anna, zum Abschluss noch eine allgemeine Frage: Was sind Deine Wünsche für 2021? Sportlich und privat?

Naja, ich glaube ich habe im Moment vor allem privat den gleichen Wunsch, den alle anderen auch haben: Das sich 2021 alles wieder ein bisschen normalisiert. Sportlich, ganz klar, da hoffe ich jetzt erst mal, das unsere WM stattfindet – Stand jetzt ist das auch der Fall. Und dann natürlich auch die Olympia-Qualifikation im November.

Danke, Anna – wir drücken die Daumen!

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