3 Missverständnisse über das Abnehmen

Welcher Weg ist der beste zum Abnehmen? Das haben wir uns doch alle schon mal gefragt. Foodbloggerin Milena erklärt die größten Irrtümer, wenn es um Diäten geht, sodass du den richtigen Weg für dich findest. 

Milenas Tipps als Video findest du hier

Laut einer Studie haben 43 % der Deutschen schon einmal einen Diätversuch gewagt – und dennoch steigt die Anzahl der Übergewichtigen seit Jahren weiter an. Wenn ich Abnehmwillige nach ihrer Herangehensweise befrage, fällt mir immer wieder auf, dass es grundlegende Missverständnisse über das Abnehmen gibt, die zum Scheitern einer Diät führen. Drei wichtige Irrtümer besprechen wir hier, damit du im Anschluss viel besser einschätzen kannst, welcher Weg für dich geeignet ist.

Dennoch ist dieser Beitrag kein Ersatz für eine ärztliche Behandlung. Wenn du gesundheitliche Probleme hast und/oder eine Ernährungsumstellung anstrebst, befrage bitte deinen Arzt. Vielleicht stresst dich das Thema Abnehmen aber auch nur unnötig? Frage dich an dieser Stelle gern, ob du wirklich abnehmen musst oder ob eigentlich alles in Ordnung ist.

Missverständnis Nr. 1: Bestimmte Lebensmittel machen (nicht!) dick

Der Diätmarkt sprudelt über vor Tipps, auf welche Lebensmittel man verzichten sollte. Teilweise werden sogar die Hauptnährstoffe wie Fette oder Kohlenhydrate völlig verteufelt! Mir liegt es sehr am Herzen, dir zu vermitteln, dass genau das nicht der Fall ist. Ich habe in der Vergangenheit selbst Lebensmittel in „gut“ und „böse“ eingeteilt und weiß aus eigener Erfahrung, wie viel unnötigen Druck so etwas mit sich bringt. Du findest immer irgendwen, der auf Lebensmittel XY verzichtet und vermeintlich gute Erfahrungen damit gemacht hat. Würdest du auf alle hören, würde nichts mehr übrigbleiben. Nicht schön, oder?

Natürlich gibt es zum Abnehmen geeignete und weniger geeignete Lebensmittel und insbesondere sind die Nährstoffreichen unter ihnen sehr geeignet, aber „das eine“ Lebensmittel per se ist nicht am Übergewicht schuld.

Woran es dann liegt? Großartig, dass du fragst! 😉 Neben regelmäßigem Sport gehört die Kalorienmenge gehört zu einen der Punkte, die du beeinflussen kannst. Nimmst du über einen gewissen Zeitraum zu viele Kalorien zu dir, nimmst du zu. Jedes Lebensmittel hat Kalorien und die Menge ist natürlich vom jeweiligen Lebensmittel abhängig. Auf nahezu jeder Lebensmittelverpackung findest du die Kalorienzahl eines Lebensmittels pro 100 g. Versuche, die Hälfte deines Tellers mit Lebensmitteln zu füllen, die unter 100 kcal / 100 g haben. Das ist ein Tipp, den ich an meine Kursteilnehmer weitergebe. Sie berichten mir, dass sie seitdem ein besseres Gespür für ihren Hunger und für ihre Sättigung haben und viel leichter abnehmen können.

Missverständnis Nr. 2: Der gewünschte Soforteffekt

10 kg in zwei Wochen! 3 kg über Nacht! Klingt wunderbar, oder? Aussagen wie diese sprechen den Teil deines Gehirnes an, der nach dem einfachsten und schnellsten Weg sucht, ein Ziel zu erreichen. Es ist also nicht unüblich und sogar evolutionsbedingt erklärbar, dass dich solche Schlagzeilen ansprechen. Allerdings liegt es in deiner Verantwortung, den Fehler in Versprechen wie diesen zu erkennen und die Finger davon zu lassen.

Wir Ernährungsberater wissen, dass du möglichst schnell abnehmen möchtest und stehen immer wieder vor dem Dilemma, dich hier nicht zu demotivieren. Als groben Anhaltspunkt kannst du dir merken, dass ein halbes Kilo pro Woche ein realistisches Ziel ist. Das sind 20 - 25 kg in einem Jahr. Nun kommen die guten Neuigkeiten: Das ist realistisch, wenn du deinem Körper ab heute Gutes tust und nährstoffreich isst. Übrigens kommen weitere großartige Effekte hinzu: Zum Beispiel wirst du wacher und fitter und deine Haut reiner. Dein Erfolg ist nicht davon abhängig, unbedingt eine bestimmte Zahl auf einer Waage erreichen zu müssen und schon gar nicht in einem bestimmten Zeitraum.

Missverständnis Nr. 3: „Wann kann ich wieder normal essen?“

Nach meiner Beobachtung kommt diese Frage umso häufiger, je strikter dein Diätplan ist. Dieser hat seinen Ursprung oft in den ersten beiden Missverständnissen: Dass du unbedingt auf bestimmte Lebensmittel verzichten musst oder dass du möglichst schnell abnehmen musst. Es lohnt sich nicht, sich für wenige Tage oder Wochen den gesamten Spaß an der Ernährung zu vermiesen, nur um vermeintlich schnell ans Ziel zu kommen. Hier erlaube ich dir, diesen Plan wieder zu weiten.

Es kann auch sein, dass dir dein Essen nicht gut schmeckt. Ich erinnere mich an meine Zeit zurück, in der es einen wirklich ekligen grünen Smoothie gab – das hätte ich niemals lange durchgehalten! Wage dich an neue Rezepte heran. Im Internet und in Kochbüchern findest du welche für jeden Geschmack. Hast du dich schon an verschiedene Gewürze und Gewürzmischungen gewagt? So kannst du ein vermeintlich fades Gericht einfach aufpeppen. Letztlich geht es beim Abnehmen nicht darum, für einen kurzen Zeitraum alles perfekt zu machen (und hinterher frustriert aufzugeben), sondern um einen neuen und passenden Lebensstil, der dir guttut.

MILENA

Milena, auch bekannt als Milenasrezept, ist als Foodbloggerin und Kochbuchautorin tätig.

Instagram: @milenasrezept

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