Land der Kontraste: Namibia

Karge Wüstenlandschaften wie von einem anderen Stern, wildreiche Savannen, uralte Völker mit ihrer Kultur und die Spuren der kolonialen Vergangenheit – der Staat im Südwesten Afrikas lockt mit einzigartigen Erlebnissen.

 

Namibia: roter Sand bis zum Horizont unter einem weiten Himmel, Zebras, Antilopen, Giraffen, die sich um Wasserstellen versammeln, Kolonialbauten und Kirchen wie aus der deutschen Provinz und die raue Brandung des Südatlantiks. Kaum ein afrikanisches Land ist so vielfältig wie der Staat im Südwesten des Kontinents zwischen den Flüssen Oranje im Süden und Kunene im Norden. Der Reiz von Namibia liegt in den Gegensätzen: An der Küste leben mit Robben und Pinguinen Tiere, die eigentlich in die Antarktis gehören. Und so kühl das Wasser des Ozeans, so heiß und trocken das Landesinnere. Wüsten bestimmen das Land: die Namib entlang der Küste und die Kalahari im Südosten, wo die San seit Jahrtausenden als Jäger und Sammler leben. Die auch „Buschleute“ genannte Volksgruppe zählt mit den Damara zu den Ureinwohnern Namibias.

Für Fernreisende ist Windhuk das Einfallstor ins Land, denn 45 Kilometer von Namibias Hauptstadt entfernt liegt der internationale Flughafen. Windhuk, im Zentrum des Landes auf 1.650 Metern Höhe gelegen, ist mit 325.000 Einwohnern die einzige Großstadt Namibias. Beim Bummel durch die Fußgängerzone rund um die Independence Avenue ist die besondere Atmosphäre einer modernen afrikanischen Stadt spürbar. Vieles erinnert daran, dass Namibia von 1884 bis 1915 mal eine deutsche Kolonie war: Die alten Gebäude, die Sprache, das Essen. Einige Einheimische sprechen Deutsch und auf so manchen Speisekarten ist neben gegrilltem Springbock auch Eisbein mit Sauerkraut, Vollkornbrot und Bier zu finden. Windhuk ist zudem wohl die einzige afrikanische Stadt, in der es eine „fünfte Jahreszeit“ gibt: Deutscher Karneval ist hier fester Bestandteil der Kultur.

Ein steinerner Zeuge der Kolonialzeit ist die  „Alte Feste“. Das 1890 errichtete Fort diente den deutschen Truppen bis 1915 als Hauptsitz. Heute ist  darin das Nationalmuseum untergebracht, das Einblicke in Namibias Geschichte gibt – von den Ureinwohnern über die düstere Kolonialzeit bis zu seinem langen Weg in die Unabhängigkeit.

Koloniales Erbe in Swakopmund


Auch im Küstenort Swakopmund hat die Kolonialzeit ihre Spuren hinterlassen. Eines der beeindruckendsten Gebäude und das Wahrzeichen der Stadt ist das Woermannhaus in der Bismarckstraße. 1905 als Sitz für ein Handelsunternehmen erbaut, ist in dem Gebäude mit seinem Stilmix  aus Fachwerk, Historismus und Jugendstil heute die Stadtbibliothek untergebracht.

An Weihnachten, mitten im namibischen Sommer, ist die 40.000-Einwohner-Stadt ausgebucht, denn viele Namibier entfliehen der Hitze des Inlands nach Swakopmund. Für die angenehmen Temperaturen sorgt der kühle Benguela-Meeresstrom. Er ist dafür verantwortlich, dass Swakopmund oft bis zum Mittag in Nebel gehüllt und ein Bad im Atlantik nur etwas für Hartgesottene ist. Selten übersteigen die Wassertemperaturen 17 Grad. Besser man macht eine Bootstour. Im 30 Kilometer entfernten Ort Walvis Bay sind Kajakausflüge in die Lagune möglich. Sie ist ein einzigartiges Naturparadies. Unzählige Seevögel, Flamingos und Pelikane leben hier. Mit etwas Glück sieht man auch Robben, Delfine und Wale. Für Abenteuerlustige hat Walvis Bay am Stadtrand eine sportliche Herausforderung zu bieten: Sandboarding! Dabei rutscht man auf einem Brett liegend die 130 Meter hohe „Düne 7“ hinab. Ganz Mutige tun dies bäuchlings mit dem Kopf voran. Action pur!

Wildreichtum in Afrika

Einsamer ist der Namib-Naukluft-Park, mit 50.000 Quadratkilometern Afrikas größter Safaripark. Mit den höchsten Dünen der Welt und der Salzebene „Sossusvlei“ bietet er den landschaftlichen Höhepunkt von ganz Namibia. In der von bis zu 350 Meter hohen Dünen umschlossenen, salzverkrusteten Lehmsenke stehen vereinzelt abgestorbene Baumgerippe. Welch eine surreale Landschaft! Kaum zu glauben, dass in dieser Mondlandschaft Tiere überleben. Doch die haben sich mit den extremen Lebensbedingungen arrangiert.

Für seinen Wildreichtum berühmt und ein absolutes Muss ist der Etosha-Nationalpark im Norden des Landes. Er gilt als einer der schönsten Parks in ganz Afrika. Bereits 1907 wurde das Gebiet rund um eine riesige Kalksalzfläche unter Schutz gestellt. Es ist die Heimat der legendären „Big Five“: Elefanten, Löwen, Nashörner, Büffel und Leoparden. An den Wasserlöchern sind einige der Tiere besonders gut zu beobachten. Wenn sich die Sonne nach einem langen Tag dann allmählich am Horizont verneigt, entstehen Bilder wie auf Postkarten. Es sind Eindrücke, von denen man noch lange nach seiner Reise in dieses aufregende Land zehren wird.

  • Mit dem Fahrrad durch die Townships
    Die dreieinhalbstündige Tour durch den nördlichen Vorort von Windhuk gibt einen Einblick in das Leben der Einheimischen. Sie werden von einem qualifizierten Guide begleitet. Touren bietet z. B. Katu Bike Tours.

  • Mit dem Kajak in die Lagune von Walvis Bay
    Flamingos, Pelikane und andere Seevögel, Robben und Delfine leben in dem Naturparadies. Mit dem Kajak nähert man sich ihnen quasi auf Augenhöhe. Buchbar z. B. bei Eco Marine Kayak Tours.

  • Auf nach Twyfelfontein!
    Bis zu 10.000 Jahre alte Felsgravuren in der Region Kunene dokumentieren das Leben der Ureinwohner in einem Namibia lange vor unserer Zeit.

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